Schulbus kommt nicht: Ärger über Schülerbeförderung von Ahlum und Wendessen

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Dutzende Grundschulkinder warten jeden Morgen in Ahlum und Wendessen auf ihren Schulbus. Seit drei Wochen jedoch werden es immer weniger, viele Eltern bringen ihren Nachwuchs neuerdings mit dem Auto zur Wilhelm-Busch-Grundschule. Der Grund dafür: mehrfach kam der Bus morgens gar nicht oder erst nach Unterrichtsbeginn.

„Ein derartiges Versagen darf nicht passieren“, finden Björn Försterling, FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, und Christina Balder, für die FDP im Ortsrat Wendessen. Beide fordern schnelle Abhilfe – und Konsequenzen. „Der Landkreis, der die Schülerbeförderung organisiert und bezahlt, muss hier gegenüber der KVG deutlich werden und die Zahlungen nach unten korrigieren“, sagt Försterling. 

Die Eltern der betroffenen Kinder haben vielfach Landkreis und KVG kontaktiert und bekommen stets ähnliche Antworten: Verwaltung und Verkehrsunternehmen seien miteinander im Kontakt, das Problem sei bekannt, Krankheit und technische Probleme führten zu den Ausfällen. 

„Bei allem Verständnis: den Grundschülern ist egal, warum der Bus nicht kommt“, sagt Christina Balder, deren Tochter ebenfalls betroffen ist. „Sie brauchen Verlässlichkeit. Gerade Erstklässler, die das Busfahren erst kennen lernen, werden so aber nachhaltig verstört.“ Die Folge sei, dass immer mehr Elterntaxis morgens an der Schule stehen – mit allen negativen Folgen für Umwelt, Verkehrssicherheit und Selbstständigkeit der Kinder. Dass viele Eltern zu dem Zeitpunkt bereits selbst auf dem Weg zur Arbeit sind, verschärft die Problematik außerdem.

Der Landkreis Wolfenbüttel ist als Träger der Schülerbeförderung Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler mit Lebensmittelpunkt im Kreisgebiet und hat die Beförderung unter zumutbaren Bedingungen sicherzustellen. Akut geht es für die Familien darum, wie die Situation kurzfristig verbessert werden soll und welche Maßnahmen der Landkreis beziehungsweise das beauftragte Unternehmen dafür ergreifen will. „Eine Priorisierung des Grundschulbusses vor anderen wäre sinnvoll“, findet Christina Balder. „Ältere Schüler haben Routine, Handys und notfalls ein Fahrrad – Grundschüler haben all das in der Regel nicht.“ Das absolute Mindestmaß sei aber eine rechtzeitige Information über Ausfälle, beispielsweise per App. „Dann kann man wenigstens noch halbwegs rechtzeitig reagieren.“

Auch die finanziellen Aspekte stehen im Raum: Wie viel zahlt der Landkreis für die Schülerbeförderung? Und welche Konsequenzen hat es, wenn die vereinbarte Leistung nicht oder nur mangelhaft erbracht wird? Konkret sei die Frage, ob Vertragsstrafen vorgesehen sind oder Zahlungen aufgrund von Mangelleistungen gekürzt werden können. Björn Försterling möchte vom Landkreis wissen, was bisher unternommen wurde, um die Lage zu verbessern.

Denn im Mittelpunkt stehen die Kinder. Sie müssen morgens aus dem Haus gehen mit der Gewissheit, dass der Schulbus sie rechtzeitig zum Unterricht bringt.